Na klar: Es kann ja nur Betrug gewesen sein, wenn nun zur Abwechslung mal nicht gefälschte Bio-Hendl oder Bio-Weizen auf den Markt kamen, sondern erstmals gefakete Bio-Baumwolle. Zwar orakelt die Branche schon seit langem, dass weltweit offenbar mehr angebliche Bio-Baumwolle verarbeitet wird, als eigentlich angebaut werden konnte.
Aber erstens: Rechtfertigt dies allein schon den Betrugsvorwurf im aktuellen Fall? Denn die Belastung mit Gen-Partikeln ist gering. Das aber spricht eher für Unachtsamkeit als für Absicht. Und zweitens: Der eigentliche Skandal ist doch der, dass die globalen Saatguthersteller sich nicht darum scheren, ob ihre Produkte andere Waren kontaminieren oder nicht. Es ist ihnen egal.
Hinzu kommt: Textilunternehmen, auf der Suche nach neuen Hits, wollen mit Ökotextilien Geld verdienen. Das ist legitim. Der Webfehler aber ist: Öko darf nicht teurer sein als herkömmliche Tuche. Deshalb steht die ganze Herstellungskette unter Preisdruck. Hohe Qualität und kleiner Preis aber schließen einander in der Regel aus. Dieser Druck könnte Schlampigkeiten ausgelöst haben.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
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