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Kommentar: Die Alten hinter den Jungen

Die Zahlen über rechtsextreme Einstellungen Jugendlicher sind erschreckend hoch - aber nicht höher als bei Erwachsenen. Von Volker Schmidt Interaktive Grafik: Jugendgewalt

Volker Schmidt arbeitet in der Politikredaktion der Frankfurter Rundschau.
Volker Schmidt arbeitet in der Politikredaktion der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Diese Jugend! Erst sind sie gegen Juden und Ausländer, dann gehen sie in rechtsextreme Gruppen, und am End' laufen sie Amok!

Halt mal: Was erwarten wir eigentlich? Ja, die Zahlen über rechtsextreme Einstellungen Jugendlicher sind erschreckend hoch, aber sie decken sich weitgehend mit dem, was wir über die Einstellungen Erwachsener wissen. Warum sollten Jugendliche nicht den Stuss von sich geben, den sie zu Hause hören?

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Interaktive Grafik: Jugendgewalt

Sicher, Erwachsene werden nicht gleich Mitglied einer "rechten Gruppe" - sie haben ja ihren Stammtisch. Dass Jugendliche sich gern gegen andere abgrenzen, ihre Ansichten vom Musikgeschmack bis zur Weltanschauung zur Subkultur ausbauen, ist ein Phänomen ihrer Entwicklungsphase. Schade, dass die Pfeiffer-Studie nicht weiter untersucht, was das denn für Gruppen sind, denen so viele Jugendliche angehören. Cliquen, die halt auch mal Musik von "Störkraft" hören? Oder Banden, die baseballschlägerschwingend durch "national befreite Zonen" marodieren?

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es ist schlimm genug, dass die Jungen den Blödsinn verbreiten, den sie von den Alten haben. So wird das nie was mit dem Projekt Aufklärung. Aber wir dürfen nicht bei der Schuldzuweisung an "die Jugend" stehenbleiben. Extreme Ansichten, das haben Studien gezeigt, entstehen vor allem in den Familien. Umso wichtiger ist es, dass an den Schulen und in den Vereinen Demokratie gelebt wird, nicht nur nach Lehrplan, sondern im Alltag, in der Praxis. Der Rassismus junger Menschen wird leichter zu bekämpfen sein als die verfestigten Ansichten der Älteren, und es lohnt sich: Sie sind die Zukunft.

Autor:  VOLKER SCHMIDT
Datum:  18 | 3 | 2009
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