Ein geflügelter Satz im politischen Berlin lautet: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. Selten traf der Satz wohl so zu wie auf die Frage, ob die Bundeswehr einen Truppenübungsplatz im nördlichen Brandenburg als Bombenabwurfübungsgelände nutzen soll, kann, darf - oder nicht. Schlappe 15 Jahre, drei unterschiedliche Koalitionen und vier Verteidigungsminister währte der Rechtsstreit, bis Franz Josef Jung (CDU) nun schließlich nachgibt: Die Kyritzer Heide ist frei - endlich.
Der Entschluss ist ebenso (folge-) richtig wie überfällig. Die Bundeswehr kann schlechterdings nicht argumentieren, auf ein "Bombodrom" angewiesen zu sein, das sie anderthalb Jahrzehnte und etliche Kriseneinsätze lang nicht nutzen durfte.
Es hätte der Politik aber gut angestanden, früher den Mut zu finden, dies einzugestehen. Was die Bundeswehr durch diesen unsinnigen überlangen Rechtsstreit an Verständnis und Unterstützung bei den Bürgern eingebüßt hat, hätte sie niemals aufwiegen können durch den (zweifelhaften) Nutzen, den ihr ein "Sieg" vor Gericht gebracht hätte.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
FR-Online.de möchte Lesern unter vielen Texten zielführende Diskussionen ermöglichen. Die Redaktion prüft Beiträge in verschiedenen Verfahren.