Aktuell: Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Türkei | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

04. Januar 2013

Kommentar: Die nächste Ost-Generation stellt Fragen

 Von Markus Decker
Stasi-Akten: heiß begehrt.  Foto: dpa

2012 fragen etwa zehn Prozent mehr Menschen nach den Stasiakten. So lange das Interesse an den Akten so groß ist wie jetzt, gibt es Gründe, die Stasi-Unterlagen-Behörde über 2019 hinaus zu erhalten.

Drucken per Mail

Die Zahlen mögen manchen überraschen. Doch die Statistik lügt in diesem Falle sicher nicht. Sie besagt nämlich, dass 2012 etwa zehn Prozent mehr Menschen nach Stasi-Akten über sich fragen als im Jahr zuvor – wobei es nicht immer solche Akten gibt. Das Interesse verharrt seit 2002 auf ungefähr demselben und anhaltend hohen Niveau und ist jetzt noch einmal gestiegen. Das lässt zweierlei Schlüsse zu.

Die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit ist keineswegs beendet. Ganz im Gegenteil. Die Menschen stellen Fragen, individuell und gesellschaftlich. Dies lässt sich auch an der „Dritten Generation Ost“ ablesen. Der Zusammenschluss junger Ostdeutscher, der seit zwei Jahren existiert, fordert die Eltern auf, über ihre Vergangenheit zu sprechen. Das ist noch keine machtvolle Bewegung, wie es sie in den 60er-Jahren im Westen gegeben hat. Auch fehlt der moralisch hohe Ton, der nach den unvergleichlichen Verbrechen der Nationalsozialisten eine gewisse Berechtigung hatte.

Doch ein Indiz für Veränderungen ist diese Dritte Generation Ost gewiss. Es sind nicht mehr die Bürgerrechtler von einst, die den Diskurs bestimmen, sondern ihre Nachfolger.

Klar ist auch: So lange das Interesse an den Stasi-Akten so groß ist wie jetzt, gibt es Gründe, die Stasi-Unterlagen-Behörde über 2019 hinaus zu erhalten. Die Zahlen sind eine willkommene Bestätigung für den Behörden-Leiter. Er wird sie nutzen.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

US-Wahl

Washington wird künftig mehr verlangen

Von  |
Nach der ersten Redeschlacht hat Hilary Clinton den Vorteil auf ihrer Seite.

Clinton hat das TV-Duell, aber nicht die Wahl für sich entschieden. Sie wäre für Deutschland und die anderen EU-Staaten der bessere Partner. Die US-Politik wird sich ohnehin ändern. Der Leitartikel. Mehr...

Fall Jenna Behrends

Überfällige Sexismus-Debatte in der CDU

Der Berliner CDU-Landesparteichef Frank Henkel weiß, wie er mit seinen Parteikolleginnen umzugehen hat.

Sexismus ist nichts, was die Berliner CDU exklusiv für sich beansprucht. Er findet sich in Parteien, Unternehmen und Verbänden. Eine breite Debatte darüber ist lange überfällig. Der Leitartikel. Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung