Er "will regieren", sagt Geert Wilders. Niemand komme bei der Regierungsbildung an ihm vorbei.
Diese Aussage darf bezweifelt werden. Bislang hat der rechtspopulistische niederländische Politiker, der vor allem mit islam- und ausländerfeindlichen Sprüchen auffiel, das Vertrauen seiner Wähler nicht gerechtfertigt. Weder in Almere, östlich von Amsterdam, wo seine PVV bei den Kommunalwahlen stärkste Kraft wurde, noch in Den Haag, wo sie die zweitstärkste Fraktion im Stadtparlament stellt, hat die Partei für politische Impulse gesorgt. Im Gegenteil, in beiden Städten zog sie sich bereitwillig in die Opposition zurück.
Kein Wunder: In den Niederungen der Kommunalpolitik zählen Sachkenntnis und Kompromissfähigkeit, weniger Polemik und hasserfüllte Tiraden. Aber auch, wer 24 Sitze im Haager Parlament besetzen darf, bietet damit noch nicht das Personal für Regierungsverantwortung.
Deshalb spricht einiges dafür, dass der Populist sich insgeheim wünscht, man möge ihn ignorieren beim Versuch, eine tragfähige Koalition zu bilden. Auch wenn er jedem, der es hören will, sagt: "Ich will regieren."

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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