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Kommentar: Drohung im Milliardenspiel

Eigentlich wird mit einem Übel gedroht. Um den Gegner einzuschüchtern. Dieses Mal jedoch haben Stromkonzerne die Drohgeste falsch verstanden: sie begeistern ihre Gegner.

Haben Sie so etwas schon mal gelesen: „Regierung droht bessere Politik an“, oder: „Unternehmen drohen mit Ende der Umweltverschmutzung“? Nein, natürlich nicht, denn gedroht wird ja mit einem Übel. An diesem Wochenende aber war es so weit. Wer in die Zeitung oder ins Internet schaute, traute seinen Augen nicht: „Stromkonzerne drohen mit Atomausstieg“.

Gehen Sie nun bitte nicht zum Arzt, wegen Sehschwäche. Der kann Ihnen nicht mal mit Heilung drohen; denn Sie lesen richtig. Und die Sache hat durchaus ihre Logik. Die „Drohung“ richtet sich an jene radikale Minderheit, die tatsächlich an dieser riskanten, die Menschheit auf ewig mit strahlenden Rückständen belastenden Technologie festhalten will. Eine Minderheit, die uns herzlich egal sein könnte, zählte sich unsere Bundesregierung nicht dazu.

Die „Drohung“ ist also leider nicht ernst gemeint, sondern Teil des miesen Spiels um die Rettung der in der Atomkraft steckenden Milliarden-Profite. Dieses Spiel kostet die Konzerne nichts, sondern „nur“ uns alle. Der Einsatz nämlich ist die Zukunft unserer Kinder.

Autor:  Stephan Hebel
Datum:  15 | 8 | 2010
Kommentare:  10
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