Aufschwung auch für Rentnerinnen und Rentner", steht auf der Pressemeldung des Sozialministeriums. Das Papier ist genau ein Jahr alt. Damals wähnte sich Deutschland noch im Konjunkturboom, und die große Koalition wollte die Ruheständler daran stärker teilhaben lassen, als es die Anpassungsformel hergab. Also wurde die Formel geändert.
Nun trägt der Eingriff kuriose Früchte: Mitten in der Rezession steigen die Bezüge der Senioren so stark wie seit 1994 nicht. Das soll nach offizieller Lesart die inzwischen schwindsüchtige Konjunktur stützen.
Rentenpolitisch muss man den durch eine Manipulation aufgeputschten Zuschlag für die Senioren trotzdem kritisch sehen. Nicht nur steigen plötzlich die Transferleistungen stärker als die Löhne. Vor allem muss das Wahlgeschenk in den nächsten Jahren durch Abschläge von den Ruheständlern selbst zurückgezahlt werden. Dann aber wird sich die Rezession in die Rentenfinanzen hineingefressen haben und ohnehin wenig zu verteilen sein. Viel spricht dafür, dass den Rentnern nach 2010 eine Durststrecke von Nullrunden droht.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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