Nein, der befreiende Erfolg für Barack Obama ist das noch lange nicht. In den USA geht der lähmende Streit um eine Gesundheitsreform lediglich in die nächste Runde. Ausgang ungewiss. Mit der Abstimmung im Repräsentantenhaus aber haben Obamas Demokraten nun die Flucht nach vorn angetreten: Die Angst, am Ende mit leeren Händen dazustehen, schweißt vorerst zusammen.
Wahlschlappen in Virginia und New Jersey haben den Demokraten vor Augen geführt, was passiert, wenn eine Regierungspartei nicht regiert. Ärger am linken oder rechten Parteiflügel scheint da plötzlich weniger bedrohlich als ein Waterloo wie 1994, als mutlose Demokraten eine Gesundheitsreform zu Grabe trugen - und an den Urnen bestraft wurden.
Auch jetzt will ja eine klare Mehrheit der US-Bürger, dass sich etwas ändert an einem Gesundheitssystem, das Millionen Menschen ausschließt und trotzdem mehr kostet als in jedem anderen Land. Deshalb braucht Obama die Reform, und er braucht sie schnell. Zu viele Probleme stapeln sich auf dem Tisch des Präsidenten, als dass der Gesundheitsstreit Washington noch lange blockieren darf.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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