Ruhe hat Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) den Schulen versprochen. Das haben damals, vor gut einem Jahr, jene sicher gerne gehört, denen der Kopf schwirrte vom Streit um Unterrichtsgarantien mit und ohne Plus, um Turbo-Abitur, die Einführung von zentralen Abschlussprüfungen, um LUSD und Schul-TÜV und und und.
Aus der Ruhe aber ist Stille geworden. Eine Stille, die jenen unheimlich scheinen muss, die auf positive Impulse für die Entwicklung von Schule warten. Ihnen fehlen klare Ansagen, wohin Schule sich entwickeln soll. Was wird aus der Hauptschule, wie werden die Bildungsstandards umgesetzt, mit welchen Instrumenten werden Erfolge und Misserfolge gemessen, wie geht es weiter mit gemeinsamem Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung? Und was heißt es, wenn Schulen selbstständig werden?
Die Landesregierung nimmt für sich in Anspruch, dass gut Ding Weile haben will. Schlimm aber, wenn die Stille nicht Ausdruck hochkonzentrierter Arbeit wäre, sondern Symptom der Orientierungslosigkeit einer Landesregierung. Dann folgte aus der Stille bloß der Stillstand bei der Entwicklung von Schule. F22