Ja. Ohne aber, ohne vielleicht, ohne irgendwann. Einfach nur Ja muss Berlin zur Aufnahme der dann ehemaligen Häftlinge aus dem illegalen Lager Guantánamo sagen. Es ist Zeit, den angemessenen Worten angemessene Taten folgen zu lassen, es ist Zeit, mit einem eigenen Beitrag das Ende der himmelschreienden Ungerechtigkeit zu beschleunigen.
Guantánamo ist als einzigartig dreister Verstoß gegen alle Rechtsgrundsätze der oft beschworenen westlichen Wertegemeinschaft mittlerweile zu einer Chiffre geworden für den Verrat der eigenen Überzeugungen im Kampf gegen den Terrorismus.
Der deutsche Beitrag, dieses Unrecht zu beenden, wäre so groß nicht. Um fünf Gefangene geht es, allesamt zur Freilassung vorgesehen - sobald sich ein Land findet, das sie aufnimmt.
Natürlich sind mit der Aufnahme Fragen verbunden: Sind die Entlassenen gefährlich? Ist es nicht ungerecht, ihnen Aufenthalt zu gewähren, ihn anderen Menschen aber zu verweigern? Warum sollen deutsche Steuerzahler für das Versagen der USA aufkommen? Aber sie treten alle hinter der Verpflichtung zurück, dieses Schandmal zu tilgen.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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