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Kommentar: Fall Honduras trifft einen Nerv

Es beeindruckt, wie geschlossen Lateinamerika an der Seite des weggeputschten Präsidenten Zelaya steht. Sollten die Putschisten durchkommen, müssen sich auch andere Staatschefs der Region wärmer anziehen. Von Klaus Ehringfeld

Klaus Ehringfeld ist Mittelamerikakorrespondent der Frankfurter Rundschau
Klaus Ehringfeld ist Mittelamerikakorrespondent der Frankfurter Rundschau
Foto: privat

Der erste Putsch in Zentralamerika seit Ende des Kalten Kriegs hat in ganz Lateinamerika einen sensiblen Nerv getroffen. Argentiniens Präsidentin Kirchner machte vor der Organisation Amerikanischer Staaten klar: Es geht weniger um Präsident Zelaya als vielmehr um die Verteidigung von etwas, was in vielen Staaten der Region nur durch blutige Kämpfe zu erreichen war: Demokratie.

Die Internationale Gemeinschaft kämpft vor allem darum, dass sich die dunklen Zeiten nicht wiederholen, in denen Präsidenten gestürzt wurden, wenn den Mächtigen des Landes ihre Politik nicht passte. Es geht darum, den Rückfall in die siebziger und achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu verhindern.

Insofern ist es beeindruckend, wie geschlossen Lateinamerika an der Seite des weggeputschten Präsidenten steht, denn sollten die Putschisten mit ihrem Coup d'état durchkommen, müssen sich auch andere Staatschefs der Region wärmer anziehen. In Guatemala, Bolivien, sogar in Venezuela könnten sich die Opposition oder undemokratische Kreise ermuntert sehen, der "honduranischen Lösung" nachzueifern.

Autor:  KLAUS EHRINGFELD
Datum:  5 | 7 | 2009
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