Als Pisa noch schockte, fassten die Kultusminister einen Plan: Sie formulierten Bildungsstandards und legten damit fest, was deutsche Schüler können und wissen müssen. Ob sie es tun, haben Wissenschaftler jetzt überprüft. Der neue Bundesländervergleich hat dabei auf den ersten Blick die überflüssige Leistung vollbracht zu bestätigen, was wir seit der ersten Pisa-Studie 2000 längst wissen: Innerdeutsch gibt es ein schändliches Bildungsgefälle zwischen ewigen Bildungssiegern (Bayern) und Bildungsverlierern (Bremen).
Süd schlägt Nord, Flächenland Stadtstaat, was dort nicht zuletzt mit dem größeren Anteil junger erfolgloser Migranten zu tun hat. An ihr Scheitern haben wir uns ebenso gewöhnt wie an die Tatsache, dass in Bayern die Chance eines Schülers, das Gymnasium zu besuchen, stark vom Bildungsstatus der Eltern abhängt.
All dies werden wir auch in kommenden Studien lesen. Nur: Welchen Sinn haben diese, wenn sich das große Gähnen einstellt und sich die Kehrtwende, die Politiker jedes Mal versprechen, partout nicht einstellen will? Neue Erkenntnisse finden sich im Kleingedruckten. Dass sich Kinder aus Migrantenfamilien etwa mit Englisch deutlich leichter tun als im Deutschunterricht, ist so ein interessanter Hinweis. Zeigt er doch, dass es sich bei ihnen nicht um Minderbemittelte handelt, sondern ihnen schlicht gezielte Förderung fehlt.
Mit Englisch wiederum tun sich übrigens die neuen Bundesländer schwer; die Forscher haben hier klar ein Manko bei den Lehrern ausgemacht. Weiterbildung ist gefordert. An der können sich die Fachpolitiker nun abarbeiten. Das wäre was Neues.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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