Seit Jahren hat kein deutscher Regierungsvertreter sich nach Gaza gewagt - schon um die Israelis nicht zu verprellen. Dirk Niebel, Entwicklungsminister wider Willen, hatte diese Sorge nicht. Als Vizechef der deutsch-israelischen Gesellschaft besteht an seiner Loyalität zum jüdischen Staat überhaupt kein Zweifel. Es hätte ja Israel nicht geschadet, sondern nur genützt, wenn einer wie Niebel als erster europäischer Politiker nach dem Flottillen-Fiasko den Gazastreifen besucht hätte. Zumal da das israelische Sicherheitskabinett selbst eine Lockerung der Gaza-Blockade in Aussicht gestellt hat. Doch wie es aussieht, will Benjamin Netanyahu möglichst wenig ändern. Mit einer solchen Politik freilich stößt Israel auch engsten Verbündeten heftig vor den Kopf.
Dabei ist nach der "Free-Gaza-Kampagne" ein Weitermachen wie bisher unmöglich. Libanon und Iran wollen neue Schiffe senden, um die Blockade zu durchbrechen. Ihnen kann am besten der Wind aus den Segeln genommen werden, wenn Israel das Gaza-Embargo lüftet und den Menschen in dem palästinensischen Elendsstreifen eine Zukunft erlaubt.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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