Gerade ist die Regierung dabei, ihre Sparanstrengungen auf Arbeitslose zu konzentrieren. Da kommen von der Arbeitsverwaltung Berichte wie aus einer anderen Welt. Der Skandal ist nicht, dass bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) einzelne Fachkräfte deutlich mehr verdienen als die Kanzlerin. Das kommt auch bei Dorfsparkassen vor.
Substanz erhalten die Vorwürfe des Rechnungshofs und der SPD, weil sie einen echten Missstand offenlegen. Wenn es um Spitzengehälter geht, glaubt die BA offenbar, sich über Vorschriften hinwegsetzen und sich jeder Kontrolle entziehen zu können.
Ein munteres Eigenleben führte die Behörde, informierte weder Arbeitsministerium noch Verwaltungsrat, schrieb die hoch dotierten Stellen nicht aus und vermischte Annehmlichkeiten des Beamtenrechts mit Vorzügen der Privatwirtschaft.
Richtig ist, dass die Bundesagentur gute Leute für sich gewinnen muss. Das kann aber kein Grund sein, Stellen nach Gutdünken zu dotieren. BA-Chef Frank Jürgen Weise hat sich große Verdienste bei der Modernisierung des Apparats erworben. Hier aber muss er rasch gegensteuern.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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