kalaydo.de Anzeigen

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

24. September 2012

Kommentar: Geschickt gescheitert

 Von Daniel Haufler
Mitt Romney glaubt an ein Amerika, in dem Superreich nur 14 Prozent Steuern zahlen müssen. Foto: dpa

Tag für Tag bewahrheiten sich die Vorurteile über den abgehobenen, unsozialen und gierigen Kandidaten Mitt Romney.

Drucken per Mail

Das ist nun wirklich mal raffiniert: US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney veröffentlicht Daten zu einem peinlichen Thema, um von einem anderen Thema abzulenken, das für ihn noch peinlicher ist. Wie schon länger versprochen machte er jetzt seine letzte Steuererklärung publik, derzufolge er 2011 14 Prozent Steuern auf 13,7 Millionen Dollar Einkommen gezahlt hat. Der Steuersatz ist so gering, weil es sich um Kapitalerträge handelt. Für ein Gehalt gleicher Höhe hätte er 35 Prozent Steuern entrichten müssen.

Tja, und schon reden alle wieder über sein Vermögen, die Steuerungerechtigkeit im Lande und Romneys Unwillen, Auskunft über seine Finanzen in früheren Jahren zu geben. Fast vergessen sein Vortrag vor reichen Spendern, bei dem er 47 Prozent der Amerikaner als verantwortungslose Schmarotzer verhöhnte. Oder seine so voreiligen wie falschen Bemerkungen über Obama nach der Ermordung des US-Botschafters in Libyen.

So hatten es sich die Strategen in Romneys Wahlkampfteam gedacht. Doch so funktioniert es nicht. Statt die peinlicheren Peinlichkeiten zu verdrängen, bestätigt die neueste Peinlichkeit nur das peinsame Bild des Kandidaten in der Öffentlichkeit. Tag für Tag bewahrheiten sich die Vorurteile über den abgehobenen, unsozialen und gierigen Kandidaten, die seine Gegner verbreiten. Das kann nicht gut ausgehen für Romney.

Jetzt kommentieren

Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


Die FR erscheint weiter

"Was können die Leserinnen und Leser jetzt tun, um der Frankfurter Rundschau zu helfen?", fragte die FR den Insolvenzverwalter Frank Schmitt im Interview.

Seine Antwort: An den Kiosk gehen und die Frankfurter Rundschau kaufen und Anzeigen schalten. "Alles, was aktuell zum Umsatz beiträgt, ist hilfreich."

Die Zeitung erhalten Sie aktuell im Solidaritäts-Abonnent.

Die preisgekrönte FR-App bekommen Sie ebenfalls im Abo als Paket mit unserem E-Paper oder im Einzelverkauf im App-Store und bei Google Play.

Anzeigen sind möglich in Zeitung, App und auf der Website. Der Verlag informiert über die Konditionen.

Sonderthema
Protest in Libyen.

Tunesien, Ägypten, Libyen, Algerien, Jemen - das Volk wagte während des "Arabischen Frühlings" den Aufstand gegen die Autokraten. Lesen Sie hier, was aus den revolutionären Bestrebungen geworden ist und wie die politische Lage in Arabien heute aussieht.

Spezial
Die Gegner von S 21 freuen sich über den Etappensieg.

Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.

Anzeige
Fotostrecke
Plaßmanns Welt 2013 (20 Bilder)
Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?

Anzeige
Fotostrecke
Plaßmanns Klima (19 Bilder)
Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?

Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?