kalaydo.de Anzeigen

Kommentar: Gut für die Republik

Eine Änderung des Grundgesetzes zum Bundeswehreinsatz im Innern wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Und das ist gut so! Von Steffen Hebestreit

Steffen Hebestreit ist Autor der Dumont-Redaktionsgemeinschaft.
Steffen Hebestreit ist Autor der Dumont-Redaktionsgemeinschaft.
Foto: FR

Und wenn ich nicht mehr weiterweiß, dann gründ' ich halt 'nen Arbeitskreis. Dieses alten Mottos haben sich die SPD-Führenden nun erinnert, um das innerparteiliche Gezerre um die geplante Grundgesetzänderung zum Bundeswehreinsatz im Innern zu verwalten.

Die neue Arbeitsgruppe, in der SPD-Fraktionschef Struck und Bundesjustizministerin Zypries in den eigenen Reihen noch mal "Überzeugungsarbeit" leisten wollen, kann aber über eins nicht hinwegtäuschen: Eine Änderung des Grundgesetzes in diesem Punkt wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Und das ist gut so!

Peinlich ist die Sache trotzdem, denn sie offenbart handwerkliche Schwächen in der neuen SPD-Führung. Schließlich kassieren die SPD-Abgeordneten einen Gesetzentwurf, der - nach langem Streit - vor nicht einmal zehn Tagen im Koalitionsausschuss zwischen Konservativen und Sozialdemokraten vereinbart worden war. Die heikle Verfassungsänderung wurde im Übrigen, wie die Union süffisant anmerkt, überhaupt nur Thema im Ausschuss, weil Interims-SPD-Chef Frank-Walter Steinmeier dies gewollt habe. Es ist eine Schlappe für den Kanzlerkandidaten in spe.

Peinlich ist die Absage des Bundeswehreinsatzes im Innern aber auch für die Union und ihren Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der die Idee maßgeblich entwickelt hat. Schließlich sind es die unionsregierten Länder Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern, die im Bundesrat Widerstand angekündigt haben.

Überall nur Verlierer? Nein, die Republik darf sich als Sieger fühlen. Die Trennung zwischen äußerer und innerer Sicherheit bleibt bestehen.

Autor:  STEFFEN HEBESTREIT
Datum:  16 | 10 | 2008
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Sonderthema
Protest in Libyen.

Tunesien, Ägypten, Libyen, Algerien, Jemen - das Volk wagt den Aufstand gegen die Autokraten. Einige sind gefallen, andere bekämpfen die Revolutionäre bis aufs Blut.

Spezial
Die Gegner von S 21 freuen sich über den Etappensieg.

Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.

Anzeige

In eigener Sache

FR-Online.de möchte Lesern unter vielen Texten zielführende Diskussionen ermöglichen. Die Redaktion prüft Beiträge in verschiedenen Verfahren.

Videos
Fotostrecke
Plaßmanns Welt (241 Bilder)
Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?

Anzeige

 
Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

Fotostrecke
Plaßmanns Klima (19 Bilder)
Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?

Spezial

Das Land Hessen entlässt seine besten Beamten, erklärt erfolgreiche Steuerfahnder für verrückt. Was steckt dahinter?