Die Streiks in Kitas gehen weiter, obwohl die Arbeitgeber ein erstes Angebot zur Gesundheitsförderung vorgelegt haben. Die Kommunen zeigen sich empört und werfen den Gewerkschaften jetzt vor, in Wirklichkeit gehe es ihnen doch nur ums Geld.
Das ist allenfalls die halbe Wahrheit. Natürlich kämpfen die Erzieherinnen für höhere Einkommen - auch wenn sie formal dafür noch nicht streiken dürfen. Sie kämpfen aber auch für einen besseren Gesundheitsschutz - immerhin haben in einer Urabstimmung 90 Prozent dafür plädiert, für dieses Ziel zu streiken.
Nachvollziehbar ist, dass sich die Kommunen über die Arbeitskampftaktik der Gewerkschaften aufregen. Natürlich hätten Verdi und GEW den Ausstand jetzt unterbrechen und erst mal weiterverhandeln können. Schließlich kann kein Gewerkschafter erwarten, dass das erste Angebot der Arbeitgeber aus Beschäftigtensicht gut ist.
All das ändert aber nichts daran: Die Ziele der Gewerkschaften sind richtig: Erzieherinnen haben mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen verdient.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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