Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg braucht für die Bewältigung der Kundus-Affäre eine neue Strategie. Auf Dauer wird er den verbalen Konflikt an zwei Fronten nicht gewinnen können.
Derzeit sieht es so aus, als ob die parlamentarische Opposition für ihn das geringste Übel ist. Der schlimmere Feind steht offensichtlich hinter ihm - wie der Fall des Generals Henning Hars zeigt, der seinem Minister einen unfreundlichen Brief schrieb. Guttenberg entließ ihn postwendend in den vorzeitigen Ruhestand.
Die Methode harte Hand wird ihm Beifall im Publikum bringen. Den Unmut bei den Führungskräften wird er nicht dämpfen. Mit der Entlassung des ehemaligen Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan verstieß Guttenberg nach Ansicht der Führungskräfte gegen den Korpsgeist, wonach Soldaten immer fest zusammenstehen - auch wenn einer Mist baut. Diesen Vertrauensverlust wird Guttenberg nicht durch weitere Entlassungen wettmachen können. Das wird ihm nur gelingen, wenn er die offenen Fragen schonungslos beantwortet und damit nicht allzu lange wartet.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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