Die Ergebnisse des Goldstone-Reports über den Gaza-Krieg lassen sich nicht unter den Teppich kehren. Zu schwer wiegen die Vorwürfe, hauptsächlich gegen Israel, aber auch gegen die Hamas. Insofern ist es nur folgerichtig, dass das UN-Menschenrechtsgremium in Genf die Angelegenheit an den Weltsicherheitsrat weiterleitete.
Einige, die dafür stimmten, würden gern israelische Führungskräfte auf der Anklagebank in Den Haag sehen. Doch Washington wird mit seinem Veto aus politischer Rücksicht die Weiterleitung ans Kriegsverbrecher-Tribunal verhindern.
Den größten Gefallen könnte sich Israel selbst tun. Die Regierung Netanjahu müsste dazu eine eigene, unabhängige Untersuchung des Gaza-Kriegs in die Wege leiten, statt über Richter Goldstone Häme auszuschütten. Israel sollte das aus Selbstrespekt tun, aber auch zur Verbesserung seines Rufs in der Welt. Nur zu behaupten, der Report belohne Terror und störe den Friedensprozess, taugt allenfalls für eine PR-Kampagne. Israel gibt sein Recht auf Selbstverteidigung nicht auf, wenn es sein Vorgehen in Gaza reflektiert.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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