Es hätte ein schwarz-grünes Vorzeigeprojekt werden können. Doch jetzt steht eine der interessantesten Bildungsreformen der Republik auf der Kippe. Sie droht an lächerlichen zwei Jahren verlängerter Grundschulzeit zu scheitern.
Die Hamburger Bürgerinitiative "Wir wollen lernen" hat so erfolgreich auf stur geschaltet, dass auch die bisher gradlinige Haltung des Senats wackeln könnte. Zwar zogen CDU und Grüne bei der sechsjährigen Primarschule an einem Strang. Doch die massive Kritik aus dem konservativen Bildungsbürgertum hinterlässt Spuren. Die Christdemokraten bangen um ihre Stammwähler.
Auf den Ausgang des jetzt zu erwartenden Volksentscheids sind auch anderer Bundesländer gespannt. Vor allem die Jamaika-Koalition im Saarland, wo es ebenfalls Widerstand gegen die fünfjährige Grundschule gibt. Bedauerlich nur, dass es dabei mal wieder um Strukturen, nicht um Inhalte geht.
Länger gemeinsam lernen hieße auch, kleinere Klassen, bessere Betreuung und damit bessere Bildungschancen. Für die Reformgegner zählt indes nur der schnellste Weg zum Gymnasium.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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