Die Familie als Hort emotionaler und materieller Sicherheit hat Konjunktur in der Krise. Kein Wunder, wenn jeden Tag von Insolvenzen und enormer Staatsverschuldung zu hören ist. In der Familie kann man einander - wenn es gut geht - vertrauen und macht mehr oder weniger realistische Haushaltplanungen.
Selbst wenn es nicht gut läuft, reißen die Blutsbande nicht ab. Die Zahl der Scheidungen ist gewachsen, gleichzeitig nahm der Geldfluss von Alt zu Jung stetig zu: Inzwischen unterstützen Großeltern mit mehr als 30 Milliarden Euro jährlich Enkel beim Studium oder ihre erwachsenen Kinder, wenn die arbeitslos werden. Schön zu wissen, dass die Pensionen nicht nur auf den Seychellen ausgegeben werden. Allein diese Zahl kann die erhitzte Rentendebatte etwas abkühlen.
Die gute Nachricht darf für den jetzigen und vor allem künftigen Finanzminister jedoch kein Grund sein, angesichts absolut leerer Staatskassen die Ausgaben für Familien zu kürzen. Ursula von der Leyen scheint das zu fürchten, wenn sie bei der Präsentation des neuen Familienmonitors die Leistungen von Familien nicht genug loben konnte.
Schon der Familienmonitor 2008 hatte als Schlüssel für Wohlstand die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausgemacht. Dafür ist etwas getan worden. Aber es reicht nicht. Heute klagen mehr Männer als Frauen, dass sie von der Krise getroffen sind. Das liegt daran, dass noch viele Männer den Löwenanteil des Familieneinkommens verdienen, während die Frauen zu Hause bleiben oder Teilzeit arbeiten. Das wird sich erst ändern, wenn auch sie Jobs bekommen und ihre Kinder in guter Obhut wissen.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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