Schlimmer geht’s kaum. Der Präsident der vom Land Hessen massiv subventionierten European Business School wird verhaftet, weil er öffentliche Steuergelder veruntreut und an seine privaten Firmen in der Schweiz umgeleitet haben soll. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt fahnden auch nach dem Verbleib von 17 Millionen Euro aus der Landeskasse, die Wiesbaden der privaten Elite-Hochschule als erste Rate für die Gründung einer juristischen (!) Fakultät überwiesen hat.
Schlimmer kann ein Imageschaden für eine Hochschule und auch die Hochschulpolitik der Landesregierung kaum ausfallen. Das Wissenschaftsministerium hüllt sich bisher in Schweigen und weist die Verantwortung von sich. Doch wie kann es sein, dass die korrekte Verwendung von Zuschüssen in Millionenhöhe vom Land nicht genau und laufend überwacht wird? Und das in finanziellen Krisenzeiten, in denen 30 Millionen Euro jährlich im Hochschuletat gekürzt und staatliche Unis erheblich sparen müssen. Hier geht es immerhin um rund 60 Millionen Euro, die das Land der privaten Elite-Schmiede EBS zuschustert. Die Ermittlungen gegen Ex-Präsident Jahns laufen noch. Er mag eine Ausnahme sein, aber der Fall zeigt eines deutlich: Die Millionen aus Wiesbaden wären in eine staatliche Hochschule besser und sicherer investiert gewesen.