Die Republik steht vor einer der größten Impfaktionen ihrer Geschichte, und was passiert? Es wird gestritten und polemisiert, dass es kracht. Experten und solche, die sich dazu zählen, schlagen Alarm; flugs wird das Szenario einer Zweiklassen-Medizin an die Wand gemalt, und die Politik reagiert mit einer Mischung aus Tollpatschigkeit und Ignoranz. Die Folge: Millionen Bürger, die sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen sollten - und es vielleicht auch mal wollten -, werden verunsichert.
Das aktuelle Problem ist weniger ein medizinisches als vielmehr eines der Organisation und der Kommunikation. Warum kommt erst Wochen nach Auslösung des Pandemie-Alarms heraus, dass der Bund bereits vor langer Zeit spezielle Verträge mit Pharmafirmen geschlossen hat? Weiß das eine Ministerium, was das andere tut? Wie steht es um die Unabhängigkeit staatsnaher Impfkommissionen? Fragen über Fragen, die die Exekutive in unserem grandiosen Föderalsystem ziemlich alt aussehen lassen. Da ist es doch gut zu wissen, dass die Kanzlerin ihrem Hausarzt vertraut und der sie wohl nicht anders impfen wird als ihre Untertanen.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
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