Parteichef Freytag zurückgetreten, die Stimmung am Boden, die Umfragewerte im Keller - Hamburgs CDU macht etwas mit. Die Koalition mit den Grünen wird zwei Jahre alt, doch es gibt keinen Grund zum Feiern: Das Bündnis unter Bürgermeister von Beust wackelt bedenklich. Nicht, weil die schwarzen und grünen Senatoren zerstritten wären. Im Gegenteil, es harmoniert prächtig.
Umgangsformen sind das eine, Inhalte das andere. Es ist die CDU, durch die der Riss geht. Er verläuft zwischen oben und unten. Es ist der Bauch, der gegen den Kopf rebelliert. Hamburgs CDU will in großen Teilen die Schulpolitik nicht mittragen, auf die sich die Führungsfiguren von Schwarz und Grün aus guten Gründen verständigten. Sie hat sich von der Spitze abgekoppelt und macht Opposition gegen die eigenen Leute.
Schwarz-Grün in Hamburg begann als Traumhochzeit - und mit einem Irrtum: Die CDU ist doch nicht die moderne, weltoffene Großstadtpartei, wie von Beust sie gerne darstellt. Sie ist noch nicht so weit. Verliert der schwarz-grüne Senat im Sommer den Schul-Volksentscheid, droht die Scheidung.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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