Viel Applaus bekam Innenminister Thomas de Maizière dafür, die Islamkonferenz "konkreter" gestalten zu wollen als sein Vorgänger Wolfgang Schäuble. Motto: Her mit Lösungen für Islamunterricht, Gleichberechtigung an Schulen, Imam-Ausbildung! Nun ist dieser Wunsch zwar verständlich, galt doch die Konferenz vielen als reine Plauderrunde. Also über Bord mit der nervigen Debatte zwischen liberalen und konservativen Muslimen, sei auch die Grundsatzfrage über die Rolle des Islam in Deutschland offen wie zuvor.
Das erweist sich nun als Irrweg: Die Verbände fühlen sich durch straffe Vorgaben überrumpelt und bevormundet durch die Ausladung einzelner Gruppen, sei die auch noch so gerechtfertigt. Ziehen sie sich nun zurück, ist die Islamkonferenz tot.
Das wäre jedoch nur konsequent. Will der Staat mehr bieten als eine Dialogplattform, braucht er keine zentrale, sondern viele Islamkonferenzen auf Länderebene. Für all das "Konkrete" liegt dort die Entscheidungsgewalt. Damit wäre allerdings eins klar: Man würde Fakten schaffen, ohne einen Grundkonsens erreicht zu haben.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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