Man kann der Sache ja auch was Gutes abgewinnen: Die Schweinegrippe hat sich glücklicherweise (vorerst) hierzulande nicht so stark ausgebreitet, wie es viele noch im vergangenen Sommer heraufbeschworen haben. H1N1 hat in Deutschland (bisher) nicht so gewütet wie in anderen Weltregionen, die ungleich heftiger und unvorbereiteter getroffen wurden. Pünktlich zum Jahreswechsel setzt indes nun eine Diskussion an, wie sie für deutsche Verhältnisse nicht untypisch ist. Jeder zeigt mit dem Finger auf jeweils andere. Keiner will´s gewesen sein, wenn die Dinge jetzt nicht so laufen, wie einst gedacht.
Debattiert wird jetzt nicht etwa darüber, wer die politische oder organisatorische Verantwortung für eine Katastrophe trägt. Nein, es geht darum, wie man aus der Planung für einen Notfall wieder herauskommt, der sich bei Lichte besehen als doch nicht so schlimm manifestiert hat. Sollte hier gejammert werden, dann auf jeden Fall auf hohem Niveau.
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Im vergangenen Frühsommer kündigte sich weltweit eine Grippe-Pandemie an. Der Bund hat zu Recht die Alarmglocke geläutet und die Länder zur Vorsorge ermuntert. So weit, so gut und richtig. Aber gab es nicht früh auch Warnungen vor einer Impfhysterie? Wie war das noch mit dem Promi-Impfstoff und jenem fürs gemeine Volk? Mussten bereits vor Jahren Verträge mit Pharmariesen ausgehandelt werden, die sich jetzt für die öffentliche Hand als knebelnd erweisen? All diese Fragen verdienen eine Nachbetrachtung. Am besten vor dem nächsten Grippealarm und dem damit einhergehenden Streit über Zuständigkeiten im föderalen System der Republik.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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