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Kommentar: Kein Strohfeuer

Menschen wie ihn gibt es zu Tausenden. Die meisten lassen zähneknirschend mit sich machen, was die Mächtigen wollen. Ganz wenige werden "zur persönlichen Bereicherung" kriminell. Von Peter Rutkowski

Peter Rutkowski arbeitet in der Lokalredaktion.
Peter Rutkowski arbeitet in der Lokalredaktion.
Foto: FR

"Morgenlicht" hat ein Signal gesetzt. Sehr wahrscheinlich war der nun Festgenommene ein Einzeltäter, vielleicht wollte er schlauerweise in der Öffentlichkeit, in den für so was eh anfälligen Medien auch absichtlich den Eindruck erwecken, es gebe wirklich eine Bewegung, unzählbare Massen.

Vielleicht ist er auch bloß ein bis zur Depression Frustrierter, der bloß ordentlich leben wollte und nun zu lange schon am Existenzminimum dahindümpelt. Das sind wichtige Aspekte der von Gerichten zu schreibenden Geschichte der "Bewegung Morgenlicht, Kommando Makeda". Aber sie sind jetzt gerade irrelevant.

Vielmehr muss die Tatsache, dass da einer, der vom Leben und der Gesellschaft wie der Wirtschaftsordnung dieser Republik ordentlich gebeutelt worden ist, aufmerken lassen. Menschen wie ihn gibt es zu Tausenden. Die meisten lassen zähneknirschend mit sich machen, was die Mächtigen wollen. Ganz wenige werden "zur persönlichen Bereicherung" kriminell.

Und dann ist da eine Gruppe, die irgendwann auch mal meint, Gewalt gegen andere sei in ihrer Lage gerechtfertigt. Sie sind nicht nur ein Fall für die Polizei. Sie sind Symptom einer haltlosen, kranken Gesellschaft.

Autor:  Peter Rutkowski
Datum:  25 | 2 | 2010
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