Der Weg zum Bildungsgipfel ist mit Studien gepflastert. Jede Interessengruppe - von Gewerkschaften über Lehrerverbände bis zur Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft - untermauert ihre Forderungen und Klagen mit wissenschaftlichem Zahlen-Zement. Das macht erst einmal unangreifbar. Besonders beliebt sind Ranglisten wie die des jüngsten Bildungsmonitors, bei dem Sachsen die Nase vorn hat und auch die meisten anderen Länder gebauchpinselt werden.
Der Klassenprimus hat den Spitzenplatz sicher verdient, doch man muss genau hinschauen: auf Platz eins landete Sachsen (neben der guten Ingenieursausbildung), weil viele Lehrer wenig Schüler betreuen. Das liegt am rasanten Schülerrückgang, den andere Länder noch vor sich haben. Doch das allein macht kein besseres Bildungssystem.
Großer Jubel über große Fortschritte ist also nicht angesagt. Aber auch kein Klagen mit Zahlen. Wer 30 Milliarden Euro mehr für das Bildungssystem fordert wie der DGB, sollte auch gleich sagen, wer dafür leer ausgeht. Aber dafür braucht man wohl erst eine neue Studie.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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