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Kommentar: Kliniksterben erwünscht

Beschäftigte in Krankenhäusern leiden unter der Finanznot. Dass sie ihre Wut auf die Straße tragen, ist verständlich. Wäre es sinnvoll, endlich die (Kranken-)Kasse aufzumachen und mit ein paar Milliarden Euro zu helfen? Nein. Von Wolfgang Wagner

Wolfgang Wagner ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Wolfgang Wagner ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Dieser Ärger ist echt. Viele Beschäftigte in den Krankenhäusern leiden unter der Finanznot. Dass sie ihre Wut auf die Straße tragen, ist nur verständlich. Wäre es sinnvoll, endlich die (Kranken-)Kasse aufzumachen und mit ein paar Milliarden Euro zu helfen?

Nein. Denn das Kliniksterben ist politisch erwünscht - weil es in Deutschland nach wie vor zu viele Krankenhäuser gibt, die die Beitragszahler teuer finanzieren müssen.

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Die entscheidende Frage, die beantwortet werden müsste, ist: Wo sind welche Häuser zur Grundversorgung und wo welche Spezialkliniken nötig? Doch zu einer strikten, nach Bedarf ausgerichteten Planung ist die Politik bisher nicht in der Lage. Also verfährt sie nach dem Prinzip Darwinismus. Wettbewerb verschärfen und gucken, wer übrig bleibt.

Jede Klinik versucht sich zu retten. Ausbaden müssen das Ärzte und vor allem Pflegekräfte. Statt klarer Ansagen, welches Krankenhaus man für erhaltenswert hält, verlängert die Politik durch ihre Drei-Milliarden-Spritze das Siechtum mancher Häuser auch noch. Die Lösung heißt nicht mehr Geld, sondern klare Entscheidungen.

Autor:  WOLFGANG WAGNER
Datum:  25 | 9 | 2008
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