Fünf Tage - von einem Luftangriff in Afghanistan zu einer Regierungserklärung der Kanzlerin. Fünf Tage, die den Bundestagswahlkampf 2009 verändern? Fest steht: Merkel hat ihrem Verteidigungsminister das Heft des Handelns aus der Hand genommen.
Er hat (mindestens!) ein Informationschaos zugelassen, wenn nicht mitverursacht. Da es nicht nur um Militärdienstwege zwischen Hindukusch und Bendlerblock geht, sondern um Menschenleben, obendrein um internationale Politik, ist die Affäre Chef(innen)sache. Sie wäre es auch, wenn ein Oberst der Bundeswehr seinen fatalen Bombenbefehl zu anderer Jahreszeit gegeben hätte.
Was genau da unter deutscher Verantwortung in Afghanistan geschehen ist - auch am Tage fünf danach gibt es darüber nur eine Klarheit: Die erste Darstellung Franz Josef Jungs war falsch, es habe keine zivilen Opfer gegeben. Sie wird nicht richtiger dadurch, dass der Minister das Wort "Opfer" durch "Tote" hat ersetzen lassen. Fast alles weitere wird untersucht. National. International.
Hier beginnt Teil zwei der Affäre.Im Kreise der Verbündeten, an der Spitze der USA, gibt es (mindestens) interessierte Kreise, denen die Geschichte zupass kommt, nach der Devise: Lange haben die Deutschen unseren harten Kurs kritisiert, kaum wird´s mal richtig gefährlich für sie, fordern sie einen Luftangriff, um ihre Leute am Boden nicht zu gefährden. Heuchler! Damit das Informationsdesaster nicht zur internationalen Krise wird, ist die ganze Regierung gefordert. Deshalb vergisst der Außenminister den Kanzlerkandidaten in sich. Noch. Die Aufklärung kann Ergebnisse bringen, die zu Recht den Wahlkampf verändern.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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