kalaydo.de Anzeigen

Kommentar: Kompetenzen bewahren

Kein Richter darf auf Kosten des Steuerzahlers Däumchen drehen. Es ist sinnvoll, das Personal dort einzusetzen, wo es gebraucht wird. Die Kompetenzen müssen in den jeweiligen Gerichten verbleiben. Von Jutta Rippegather

Jutta Rippegather ist Regionalredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Jutta Rippegather ist Regionalredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Foto: fr

Im Sommer 1993 trat die Asylrechtsreform in Kraft. Seitdem dürfen nur noch jene Flüchtlinge Asyl beantragen, die nicht aus einem als sicher geltenden Drittstaat einreisen. Ziel war es, die Zahl der Asylsuchenden zurückzudrängen. Und das wurde bekanntlich erreicht.

Der drastische Rückgang der Asylprozesse vor den Verwaltungsgerichten kam also nicht aus heiterem Himmel. Es war abzusehen, dass die Richter künftig weniger mit Verfahren dieser Art beschäftigt sein werden. Doch die hessische Landesregierung beließ nicht nur personell alles beim Alten. Sie spendierte den Frankfurter Verwaltungsrichtern sogar noch ein über Jahre gemietetes neues Domizil. Jetzt gibt es dem Vernehmen nach in Kassel 50 Verwaltungsrichter zu viel, in Frankfurt sind es mehr als zwölf. Und das Haushaltsloch wird immer größer.

Kein Richter darf auf Kosten des Steuerzahlers Däumchen drehen. Es ist sinnvoll, das Personal dort einzusetzen, wo es gebraucht wird. Die Kompetenzen müssen in den jeweiligen Gerichten verbleiben. Spezialisierungen in einem immer komplexer werdenden Recht ist nicht nur sinnvoll. Es ist auch zeitgemäß.

Autor:  Jutta Rippegather
Datum:  10 | 3 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Verkehrsmeldungen

Die Verkehrsnachrichten. Kompakt, deutschlandweit, aktuell.

Polizeimeldungen

Was ist passiert? Polizeimeldungen aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Hanau sowie Wiesbaden.

Frankfurter Rundschau im Abo