Die Politik wird von ihrem Versprechen eingeholt. Einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz soll es von 2013 an geben. Allein: Es reicht nicht einmal, wenn der Plan, bis dahin für jedes dritte Kind unter drei Jahren auch einen Platz bereitzuhalten, eingehalten wird.
Die Nachfrage steigt. Das war und ist politisch gewollt. Das Elterngeld soll als kurz gezahlte Lohnersatzleistung die rasche Rückkehr junger Eltern in den Job garantieren. Das geht nur, wenn es genug Krippen gibt. Tatsächlich aber ist es für Eltern in den Metropolenregionen verflixt schwer, ihre Kinder nach einem Jahr unterzubringen. Es fehlt an Plätzen, seit es nicht mehr als kleines Verbrechen gilt, schon kleine Jungen und Mädchen betreuen zu lassen. Weil viele es tun, wollen es immer mehr.
Nur die Politik kommt nicht hinterher. Der Bund kann den Kommunen helfen. Zu der neuen Zeit, in der Eltern bloß ausnahmsweise nicht arbeiten, passt ein Ehegattensplitting nicht mehr. Wird es abgeschafft, lassen sich so viele Krippen finanzieren, wie nur irgend nötig − ganz ohne dass zulasten der Kleinsten neue Schulden gemacht würden.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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