Der katholischen Kirche laufen die Mitglieder weg. 2008 traten wesentlich mehr aus als im Jahr zuvor. Doch das Phänomen ist nicht neu, der Trend scheint unaufhaltsam. Da es 2008 kein besonderes innerkirchliches Ereignis gab - der Streit um die Piusbrüder entstand schließlich erst Anfang dieses Jahres -, dürfte die Wirtschaftskrise eine Rolle spielen. Die Menschen sparen die Kirchensteuern. Aber das ist es nicht allein.
Eine Studie kam Anfang der neunziger Jahre zu dem Schluss, dass die Ursachen für den Austritt in den Dogmen der katholischen Kirche zu suchen sind. An ihren Grundsätzen zu Abtreibung, Homosexualität, Zölibat und Ökumene hat die Amtskirche jedoch nicht gerüttelt. Sie wird es auch in Zukunft nicht tun, da muss man kein Prophet sein.
Dabei wäre es dringend vonnöten, die Menschen gerade in diesen Fragen ernst zu nehmen, statt nur tradierte Positionen zu verteidigen. Ein offener Umgang mit Kritik gehört unabdingbar zum Christentum. Was die katholische Kirche braucht, sind Persönlichkeiten, die sich solchen Auseinandersetzungen stellen - und Einfluss haben.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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