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Kommentar: Künstlich billig

Die Politik des billigen Yuan hatte einen Preis: So billig Chinas Exporte waren, so teuer waren seine Importe. Der Inflationsdruck lässt sich durch eine Yuan-Aufwertung abschwächen. Von Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch ist Korrespondent der FR für China und Asien.
Bernhard Bartsch ist Korrespondent der FR für China und Asien.
Foto: FR

Hat Peking im Yuan-Streit nachgegeben? Westliche Politiker werfen China seit Jahren vor, seinen Exporten durch einen künstlich billigen Währungskurs unfaire Vorteile zu schaffen. Die Chinesen wiederum sehen es als ihr gutes Recht an, die Währungspolitik als Instrument im internationalen Wettbewerb einzusetzen. So ist es auch mit der angekündigten Entkopplung des Yuan vom US-Dollar. Lange hielt Peking ein stabiles Wechselkursverhältnis für opportun. Zudem erschien es sinnvoll, die guten amerikanischen Kunden mit günstigen Preisen daran zu gewöhnen, ihre Konsumlust "Made in China" zu befriedigen.

Doch die Politik des billigen Yuan hatte selbst einen Preis: So billig Chinas Exporte waren, so teuer waren seine Importe. Vor allem die hohen Kosten für Rohstoffe erzeugten Inflationsdruck. Dieser lässt sich durch eine Yuan-Aufwertung abschwächen.

Wenn der Yuan zwischen drei und fünf Prozent an Wert gewinnt, reicht das, um Chinas Inflation einzudämmen. Der Westen fordert mehr, 20 bis 30 Prozent. Der Yuan-Streit wird also weitergehen und sich künftig um das Tempo der Aufwertung drehen.

Autor:  Bernhard Bartsch
Datum:  22 | 6 | 2010
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