Stadtplanung muss einen langen Atem haben. Und gerade die Kommunalpolitiker brauchen Geduld, Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen, um am Ende für die Menschen in der Stadt gute Lebensbedingungen zu erreichen. Bedürfte es dafür noch eines Beweises, dann liefert ihn die Entwicklung des Europaviertels südlich der Frankfurter Messe. Es hat sich für die Kommunalpolitik gelohnt, auf dem ursprünglichen städtebaulichen Entwurf des Frankfurter Planungsbüros Albert Speer und Partner von 1999 zu beharren. Und nicht der kommerziellen Alternative, die seinerzeit die Deutsche Bank entwerfen ließ, zu verfallen.
Auf dem Papier bietet das Europaviertel nun eine ausgewogene Mischung von Wohnen und Arbeiten. Es gibt freilich noch etliche offene Fragen. Zum Beispiel: Kann eine Erschließung durch eine U-Bahn-Strecke finanziert werden und ist sie verkehrspolitisch überhaupt sinnvoll?
In der Praxis muss das Europaviertel im kommenden Jahrzehnt langsam wachsen. Erst dann wird sich zeigen, welche Lebensbedingungen dort tatsächlich entstehen. Für die Kommunalpolitiker bleibt das eine Aufgabe.