kalaydo.de Anzeigen

Kommentar: Lehren aus dem Jobwunder

Kürzere Arbeitszeiten statt kopflosem Personalabbau: Die Firmen haben aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Auch deshalb steht Deutschland in der Krise besser da als viele andere. Von Eva Roth

Eva Roth ist Wirtschaftsredakteurin der DuMont-Redaktionsgemeinschaft.
Eva Roth ist Wirtschaftsredakteurin der DuMont-Redaktionsgemeinschaft.
Foto: fr

Wir können mächtig stolz sein. Deutschland hat im vorigen Jahr auf dem Arbeitsmarkt eine Spitzenleistung vollbracht. Trotz des historischen Wirtschaftseinbruchs ist die Zahl der Arbeitslosen im internationalen Vergleich nur minimal gestiegen. Die Unternehmen haben ihre Stammbeschäftigten gehalten und höhere Arbeitskosten in Kauf genommen. Bravo. Die Firmen haben aus Fehlern der Vergangenheit gelernt: In früheren Krisen haben sie Personal schnell abgebaut - und als es wieder aufwärts ging, konnten sie mangels Fachkräften Aufträge nicht annehmen.

Natürlich hat auch die massive Arbeitszeitverkürzung zahlreiche Stellen gerettet. Auch hieraus sollten wir lernen: Es ist falsch, kürzere Arbeitszeiten aus irgendwelchen ideologischen Gründen zu verteufeln, wie es konservative Politiker und Unternehmensvertreter vor der Krise getan haben. Mit diesem Instrument können wir die Jobkrise entschärfen - auch im Jahr 2010. Die Metall-Arbeitgeber zeigen sich inzwischen offen für neue Formen der Arbeitszeitverkürzung - gut so. Hoffentlich vergessen sie im nächsten Aufschwung nicht, wie nützlich dieses Instrument sein kann. Jetzt kommt es jedenfalls auf die Bundesregierung an. Sie sollte den Vorschlag nach einer "Kurzarbeit light" aufgreifen und sehr sorgfältig prüfen, welche neuen Modelle gefördert werden können.

Und noch etwas ist nötig, um die Krise und den Strukturwandel gut zu bewältigen: Politik und Betriebe müssen Ausbildung und Umschulung von Beschäftigen und Arbeitslosen großzügig unterstützen. Das ist allemal vernünftiger, als Arbeitslosigkeit zu finanzieren.

Autor:  Eva Roth
Datum:  6 | 1 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
US-Wahl 2012: Countdown für Obama

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl


Sonderthema
Protest in Libyen.

Tunesien, Ägypten, Libyen, Algerien, Jemen - das Volk wagt den Aufstand gegen die Autokraten. Einige sind gefallen, andere bekämpfen die Revolutionäre bis aufs Blut.

Spezial
Die Gegner von S 21 freuen sich über den Etappensieg.

Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.

Anzeige

In eigener Sache

FR-Online.de möchte Lesern unter vielen Texten zielführende Diskussionen ermöglichen. Die Redaktion prüft Beiträge in verschiedenen Verfahren.

Video
Fotostrecke
Plaßmanns Welt (295 Bilder)
Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?

Anzeige

 
Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

Fotostrecke
Plaßmanns Klima (19 Bilder)
Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?

Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?