Wir können mächtig stolz sein. Deutschland hat im vorigen Jahr auf dem Arbeitsmarkt eine Spitzenleistung vollbracht. Trotz des historischen Wirtschaftseinbruchs ist die Zahl der Arbeitslosen im internationalen Vergleich nur minimal gestiegen. Die Unternehmen haben ihre Stammbeschäftigten gehalten und höhere Arbeitskosten in Kauf genommen. Bravo. Die Firmen haben aus Fehlern der Vergangenheit gelernt: In früheren Krisen haben sie Personal schnell abgebaut - und als es wieder aufwärts ging, konnten sie mangels Fachkräften Aufträge nicht annehmen.
Natürlich hat auch die massive Arbeitszeitverkürzung zahlreiche Stellen gerettet. Auch hieraus sollten wir lernen: Es ist falsch, kürzere Arbeitszeiten aus irgendwelchen ideologischen Gründen zu verteufeln, wie es konservative Politiker und Unternehmensvertreter vor der Krise getan haben. Mit diesem Instrument können wir die Jobkrise entschärfen - auch im Jahr 2010. Die Metall-Arbeitgeber zeigen sich inzwischen offen für neue Formen der Arbeitszeitverkürzung - gut so. Hoffentlich vergessen sie im nächsten Aufschwung nicht, wie nützlich dieses Instrument sein kann. Jetzt kommt es jedenfalls auf die Bundesregierung an. Sie sollte den Vorschlag nach einer "Kurzarbeit light" aufgreifen und sehr sorgfältig prüfen, welche neuen Modelle gefördert werden können.
Und noch etwas ist nötig, um die Krise und den Strukturwandel gut zu bewältigen: Politik und Betriebe müssen Ausbildung und Umschulung von Beschäftigen und Arbeitslosen großzügig unterstützen. Das ist allemal vernünftiger, als Arbeitslosigkeit zu finanzieren.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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