Das war dann wohl das, was manch einer für Tatkraft hält. Gleich drei Ministerinnen haben sich am Freitag ein paar Stunden frei gemacht, um einmal richtig intensiv über sexuellen Missbrauch zu reden. Am Ende wurden aus einer Ober- drei Unter-Arbeitsgruppen. Bis zum Ablauf dieses Jahres sollen sogar konkrete Ergebnisse vorliegen. Bis dahin aber, da darf man wetten, wird das Thema Missbrauch längst von den vorderen Zeitungsseiten verschwunden sein.
Das Konkreteste, das die drei Damen vorzubringen hatten, war der Vorschlag, dass es in Institutionen künftig verbindliche Regeln zum Umgang mit Kindern geben soll. Das ist schön. Aber nicht neu. Schon auf dem Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung in Yokohama hat sich mal eine Bundesregierung verpflichtet, einen solchen Verhaltenskodex zu erarbeiten. Das war 2002. Seither hießen die Familienministerinnen Renate Schmidt (SPD) und Ursula von der Leyen (CDU). Passiert ist unter ihnen - nichts. Aber jetzt sitzen ja gleich drei Ministerinnen in einem Boot. Da kann man ganz sicher sein: Die tun was. Oder?

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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