Langzeitkonten sind im Prinzip eine gute Sache. Beschäftigte haben damit die Chance, früher in Ruhestand zu gehen oder irgendwann eine Auszeit zu nehmen, um sich weiterzubilden, Atem zu schöpfen oder den Vater zu pflegen. Deswegen ist es ein richtiger Schritt, wenn die Regierung den Insolvenzschutz der Konten verbessern will. Ob der Schritt zu klein war, um etwas zu bewirken, wird sich zeigen. Fest steht jedenfalls: Die Tarifparteien können jederzeit schärfere Regeln vereinbaren.
Insolvenzschutz ist nötig, damit Beschäftigte sich trauen, Arbeitzeit anzusparen. Wichtig ist aber auch, dass die Leute bei einem Jobwechsel ihre gesparte Zeit mitnehmen können. Hier sind Unternehmen gefordert, sich auf flexible Arbeitszeiten einzulassen. Und: Ein Fortschritt sind Arbeitszeitkonten nur dann, wenn nicht nur der Chef bestimmt, wer wann arbeitet, sondern die Beschäftigten mehr Zeitsouveränität haben und mitbestimmen können, wann sie kommen und gehen. Damit das in mehr Betrieben gelingt, werden sich Betriebsräte und Gewerkschaften noch mächtig anstrengen müssen.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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