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11. September 2014

Kommentar: Milchmädchen an der Macht

 Von 
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)  Foto: dpa

Wolfgang Schäuble will die "schwarze Null" halten und keine neuen Schulden machen. Dabei ist der Finanzminister selbst eine "schwarze Null". Ein Kommentar.

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Eines hat sich Wolfgang Schäuble redlich verdient: den Ehrentitel „schwarze Null“. Nicht, dass er dumm wäre, der Finanzminister von der CDU. Nein, er handelt mit Absicht, wenn er sich als wirtschafts- und finanzpolitische Null betätigt.

Schäubles Markenzeichen, der Abbau der Neuverschuldung bis auf null, ist in der von ihm vertretenen Form eine Milchmädchenrechnung in Tateinheit mit Wählerverdummung. Die Einnahmen zu verbessern, ist tabu. Das heißt zunächst: Investitionen, die die Daseinsvorsorge stärken und den Wert des deutschen Staatsvermögens (Straßen, Schienen, Schulen) wenigstens erhalten würden, bleiben aus. Schäuble spart Deutschland immer ärmer.

Das wird noch absurder in einer Zeit, da selbst Schulden sich lohnen würden: Die Zinsen für deutsche Staatsanleihen sind so niedrig, dass jede damit finanzierte Investition fast automatisch Gewinn bringen würde, und zwar für alle. Stattdessen lädt die Regierung private Investoren ein, an die der Staat, wenn er etwa eine Autobahn dann anmietet, am Ende mehr bezahlen wird, als wenn er sich verschuldet.

Ein Land atmet auf, weil es keine Schulden mehr macht – und nimmt die Verrottung seiner Besitztümer ganz entspannt in Kauf. So ein Land hat die Milchmädchen an der Macht fast schon verdient.

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