Jeden Fluggast nervt es, am Sicherheitscheck anstehen zu müssen, Gürtel und Schnürschuhe zum Durchleuchten abzulegen und danach trotzdem abgetastet zu werden. Gut, grummelt der Vernünftige, man tauscht Bequemlichlichkeit gegen Sicherheit. Wenn aber die Debatte um die Nacktscanner sich weiter so rasant aufs Durchwinken dieser Geräte zubewegt, tauschen wir wohl bald andersherum: Keiner muss mehr den Pulli ausziehen - wie bequem!
Nur sollte sich keiner einbilden, es sei auch sicherer. Längst gab es Terroristen, die von Drogenschmugglern lernten und Sprengstoff "körperintern" transportierten - und bis wir uns vorm Abflug alle röntgen lassen, dürfte es noch zwei, drei Anschlagsversuche dauern. Und während der Gesunde künftig wohl spekulieren darf, ob die Herausgewunkene dem Nacktscanner auffiel, weil sie nach der Krebs-OP ein Brustimplantat oder eher einen künstlichen Darmausgang hat, dürfte ein gewitzter Terrorist bald merken, dass es Besteck und Chemie hinter den Kontrollen zu kaufen gibt - wenn wir Nichtterroristen unsere Shampoo-Fläschchen längst artig weggeworfen haben.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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