Heureka! Peter Müller ist lernfähig. Der Atomausstieg sei so dumm nicht, erkannte der CDU-Ministerpräsident des Saarlandes. Seine Strategie: den Atomkonsens, den die Stromkonzerne dereinst selbst unterschrieben, in Kraft lassen - und auf der Basis eine moderne, sichere, nachhaltige, will sagen: grüne Energieversorgung aufbauen. Müller wandelt auf Öko-Pfaden und widerspricht Unionsfreunden im Bund, die dem Atomstrom weiter mit Vorrang ins Netz schicken wollen.
Na klar: Müller will die zaudernden Grünen nach Jamaika locken, um selber im Amt bleiben zu können. Doch wenn dabei richtige Gedanken herauskommen, umso besser.
Es sieht fast so aus, als hätte der CDU-Aussteiger von der Saar die neue einschlägige Studie des Umweltbundesamts gelesen. Die empfiehlt der neuen Bundesregierung auch dringend, am Atomkonsens festzuhalten. Sie räumt dabei mit einigen Mythen wie dem von der drohenden "Stromlücke" auf. Die schwarz-gelben Koalitionäre im Bund werden sie lesen, nur leider nichts daraus lernen. Denn: Sie haben ja schon eine Mehrheit.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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