Es gibt nicht viele Probleme, die sich von selbst lösen. Die NPD gibt sich alle Mühe, so eines zu sein. Wenn nicht alles täuscht, könnte die desolate Truppe des Bundeswehr-Reserveoffiziers Voigt demnächst ohne Geld, ohne Führung und ohne den aktivsten Teil ihrer Basis dastehen und angeschlagen durchs Superwahljahr taumeln. Nicht die schlechtesten Aussichten, wenn mit massenhaft grollenden Protestwählern zu rechnen ist.
Was aber, wenn sich die NPD tatsächlich zerlegt? Ist der braune Spuk dann endlich vorbei? Schön wär's. Die aufs Faustrecht geeichten Kameraden um Thomas Wulff und Konsorten konnten lange ganz gut ohne die NPD leben. Sie würden ihr wenig Tränen nachweinen. Der Umsturz von rechts war ohnehin Fantasterei. Dass mit der Partei aber der Sumpf austrocknet, aus dem sie sich nährt, sollte niemand erwarten. Zu verlockend sind in schwierigen Zeiten einfache Losungen und das Herumtrampeln auf Menschen, denen es noch schlechter geht. Parteien mögen aussterben, Gedanken tun es nicht. Man wird ihre Urheber womöglich nur noch schwerer identifizieren können.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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