Dieser Streit ist so billig. Und ärgerlich obendrein, weil er ein komplexes Problem einsam auf einer schlichten Ebene aussetzt, auf dass es dort vergessen werde.
Über Nacktscanner sollen wir uns aufregen und erörtern, wie weit der Verlust der Intimsphäre noch gehen darf, nachdem unsere Daten und Telefongespräche längst ohne großen Umweg über den Atlantik gelangen. Wie viel ist zu sehen von Bikinizone und künstlichem Darmausgang? Und verdeckt ein Gerät nicht auch den etwaigen Sprengstoff, das schamhaft den Weichzeichner über leicht zu identifizierende Körperstellen legt?
Darüber lässt sich wunderbar streiten, jeder kann mitmachen, ob gläserner Bürger oder exhibitionistischer Politiker, dazu braucht es keinerlei Fachkenntnisse. Und nebenbei wird suggeriert: Die tun was. Das aber ist der größte aller Irrtümer.
Nun mag man abwinken mit einem müden "Wenn´s denn hilft". Indes: Wenn denn der Scanner hilft, unser aller Sicherheit zu erhöhen, warum dann nur im Flugzeug? Dann möchten wir allüberall nackte Haut sehen, am Bahnhof, im Rathaus, in der Schule.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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