Che Guevara ist Pop. Ein roter Stern ist Pop. "Make love - not war" ist auch Pop. Als T-Shirt-Aufdruck sind sie in Mode. Die agitative Botschaft, die einst hinter dem Konterfei des Revolutionärs und dem Hippie-Slogan stand, ist verschwunden.
Insoweit hat der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour völlig recht, wenn er das Verhalten der Eingangskontrolleure geißelt, die Schüler mit solchen T-Shirts nicht in den Reichstag lassen. Und CDU-Bundestagspräsident Norbert Lammert liegt schief, wenn er sagt, dass Meinungsbekundungen auf Spruchbändern oder der Kleidung im Bundestag nichts zu suchen haben.
Zwei Deutungen sind möglich. Während der Schüler mit dem "Make love"-Shirt nicht ins Parlament durfte, waren Soldaten mit Mandat des Bundestags in Afghanistan im Einsatz; wenige Tage später starben drei von ihnen. Entweder wollte der Schüler dagegen protestieren - und musste seine Meinungsfreiheit an der Pforte abgeben. Oder er trug nur Pop am Leib - dann versteht er die Welt und den Bundestag nicht mehr. In jedem Fall war Berlin keine Reise wert.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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