Die Honduraner sind des monatelangen Streits zweier Männer um ein Präsidentenamt überdrüssig. Deshalb sind viele an die Urnen gegangen. Ob es nun 60 Prozent, so die Wahlbehörde, waren oder kaum 30 Prozent, wie der Widerstand nicht minder interessengeleitet behauptet.
Der Wunsch der Menschen nach Normalität kann indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Abstimmung illegal war. Der Wahlkampf fand unter quasi-diktatorischen Bedingungen statt: Ausgangssperre, willkürliche Festnahmen, Abschaffung der Meinungsfreiheit, Unterdrückung jeder Opposition. Würde die internationale Gemeinschaft die Wahl anerkennen, verschaffte sie einem Unrechtssystem eine demokratische Legitimation.
Dennoch werden die USA, dann die Europäische Union und damit die wichtigsten Geldgeber von Honduras das Ergebnis wohl bald akzeptieren mit dem Argument, man dürfe nicht die Menschen für die Dummheit der Politiker bestrafen. Das Argument ist nicht völlig falsch; doch es zementiert die Niederlage der Demokratie in Lateinamerika zwanzig Jahre nach dem Ende der Militärdiktaturen.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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