Aktuell: Wochenend-Magazin FR7 | FR-Recherche: Medikamententests an Heimkindern | Türkei | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | US-Wahl
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

06. August 2013

Kommentar: NSU-Prozess macht Pause

 Von 
Blick in den Gerichtssaal im Vorfeld eines Verhandlungstages.  Foto: dpa

Sommerpause im NSU-Prozess - Zeit für einen Zwischenbericht. Das Gericht hat nicht nur eine Aufgabe, es muss sich gleich dreien stellen. Und das bewerkstelligt es besser, als Beobachter zu hoffen wagten.

Drucken per Mail

Sommerpause im NSU-Prozess, einige sprechen jetzt von Zwischenbilanz. Ein schwieriges Wort, das an Soll und Haben, an schwarze und rote Zahlen erinnert. In einer Mordserie, in dem die Opfer so lange namenlos und nur eine Zahl in der Kriminalstatistik der unaufgeklärten Fälle waren, sprechen wir lieber von einem Zwischenbericht.

Hauptziel des Prozesses ist es aufzuklären, seit wann es die Terrororganisation NSU gab, dass zumindest die toten Männer Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und als einzig Überlebende Beate Zschäpe der Terrorzelle angehörten. Zu beweisen ist, ob dieses Trio aus Rassenhass und Hass gegen die Polizei arbeitsteilig zehn Morde an Ausländern und einer Polizistin beging, und in welchem Umfang die vier Mitangeklagten sie unterstützten.

Weitere Aufgabe - aber nicht Hauptziel - ist die Aufklärung, warum Polizei und Sonderkommission so lange falschen Spuren nachgingen, Hinweise auf politisch motivierte Morde jedoch vernachlässigten. Der Prozess hat noch eine dritte Aufgabe: das Vertrauen in die Justiz zumindest wieder zu verbessern.

Auf allen drei Feldern ist das Oberlandesgericht bisher weiter gekommen als man hoffen konnte. Die Anklage der Bundesanwaltschaft, anfangs mit Skepsis oder gar Hohn bedacht, wackelt bislang nicht. Kriminalbeamte mussten Rede und Antwort stehen, welche falschen Spuren sie verfolgten. Türkische und deutsche Medien berichten kontinuierlich, im Internet können Interessierte jeden Prozesstag nachlesen.

Der blamable Start ist nicht vergessen, aber er ist nicht mehr vorherrschend.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Italien und Österreich

Steht die EU nicht zusammen, droht ihr Ende

Von  |
Kein EU-Freund: In Österreich greift der Rechtspopulist Norbert Hofer nach der Macht.

Die Europäische Union hat nur eine Zukunft, wenn Österreich, Italien und Frankreich dem Populismus widerstehen. Der Leitartikel.  Mehr...

Cyberangriff Telekom

Freude am Systemabsturz

Von  |
Sicherheitskongress der Telekom in Frankfurt.

Das Gefühl der permanenten Bedrohungslage hat die Normalität abgelöst. Und die Frage, wie wollen wir leben, wird ersetzt durch den Ausruf: So kann es nicht weitergehen. Der Leitartikel.  Mehr...

 

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung