Dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jubelnde Nachrichten zum Thema Aids verbreitet, ist neu: Gibt es nun doch Hoffnung auf einen Impfstoff? Ja, meint die WHO, seit sie die Ergebnisse einer aktuellen Studie in Thailand kennt. Immerhin erreichte das getestete Vakzin eine Wirksamkeit von 31 Prozent. Das ist lausig verglichen mit Impfstoffen für andere Krankheiten, aber selbstredend besser als nichts.
Zeit für Luftsprünge also? Wohl kaum. Noch ist das Wirkprinzip des Impfstoffs völlig unklar. Das kann bedeuten, dass das wandelbare HI- Virus dem Impfstoff schnell ein Schnippchen schlägt und ihn durch Veränderung seiner eigenen Erbsubstanz unwirksam macht.
Die Botschaft, dass am Horizont ein Impfstoff denkbar wird, könnte zum anderen schlimme Folgen für die mühsame Aids-Vorbeugung haben. Längst gibt es Teile in der schwulen Community, die riskanten Sex idolisieren. Ein Leichtsinn, der sich wohl nur durchsetzen konnte, weil Aids behandelbar geworden ist. Die Aussicht auf eine Impfung könnte die Lässigkeit im Umgang mit der Krankheit noch befeuern.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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