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14. Dezember 2012

Kommentar: Obamas Fehleinschätzung

 Von Olivia Schoeller
Ist Obama treu geblieben: Susan Rice.  Foto: dpa

Susan Rice ist Präsident Obama gegenüber immer loyal gewesen, selbst wenn es auf ihre eigenen Kosten ging. Dass er sie nicht vor der Kritik ihrer Gegner in Schutz nahm, ist ein peinlicher Fehler

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Seit Susan Rice im Jahr 2007 seinem Wahlkampfteam beitrat, hatte sie vor allem ein Ziel: Barack Obama soll im Weißen Haus regieren. Diesem Credo ist Frau Rice selbst dann treu geblieben, als es hieß, dass sie sich gegen ihre ehemaligen Mentoren, die Clintons, wenden musste. Scharf, verletzend und brutal hat sie Hillary Clinton in den Vorwahlen attackiert – und wurde später für ihre Loyalität belohnt: Obama machte sie zur US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen.
Nach seiner Wiederwahl brachte er Susan Rice als Außenministerin ins Gespräch. Doch damit erntete er massiven Protest. Zunächst aus den Reihen der Republikaner, aber auch von eigenen Parteifreunden, die die durchsetzungsfähige, aber gleichzeitig diplomatisch untalentierte Frau nicht als Repräsentantin der USA in der Welt sehen wollten.
Nur ein Mal verteidigte Obama seine inoffizielle Kandidatin. Ansonsten überließ er sie ihrem Schicksal und der Polemik ihrer Kritiker. Es war wieder Rice, die am Ende ihre bedingungslose Loyalität unter Beweis stellte und sich selbst aus dem Spiel nahm. Damit will sie den Präsidenten schützen. Obama steht dennoch schlecht da. Er hätte realisieren müssen, wie unbeliebt die ihm so loyal ergebene Rice ist, und sie vor dieser Situation schützen müssen. Was für ein peinlicher Fehler zu Beginn seiner zweiten Amtszeit.

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