Wer sich an den Osterfeiertagen über seine Steuererklärung beugt, wird sich wieder mal ärgern. Manchmal scheint es unfassbar, wie umständlich es sein kann, zu seinem Recht zu kommen. Belege sortieren, endlose Formulare ausfüllen - dafür gehen wertvolle Stunden drauf, die man viel schöner mit dem Suchen von Ostereiern verbringen könnte. Manche Arbeitnehmer verzichten deshalb gleich ganz darauf, Ansprüche geltend zu machen.
Die Ideen von Hessens Finanzminister Weimar unterscheiden sich wohltuend vom Populismus eines Friedrich Merz, der sich mit einer Steuererklärung auf dem Bierdeckel zufriedengeben wollte. Es wäre falsch, um der Einfachheit willen alle Aspekte der Gerechtigkeit auszublenden, die im deutschen Steuerrecht zentral sind. Schließlich gibt es viele gute Gründe, Menschen mit Kindern oder politisch gewollten Extra-Ausgaben wie Spenden steuerlich besserzustellen. Aber die Detailversessenheit, in der das geregelt wird, hat jedes vernünftige Maß überschritten.
Die sinnvolle Reform, die jetzt an Konturen gewinnt, muss am Ende allerdings auch finanzierbar sein. Wenn etwa jeder einen Computer absetzen darf, der das bisher noch nicht getan hat, gehen dem Staat Einnahmen verloren. Im Gegenzug allerdings lässt eine solche Reform auch auf zusätzliche Steuern hoffen; denn die Finanzbehörden hätten mehr Zeit, großen Steuerhinterziehern auf der Spur zu bleiben. Auch das ist ein Argument, die Vorschläge politisch weiterzuverfolgen. So könnte der hessische Vorschlag sich zu einem hübschen Oster-Geschenk entwickeln - zum Fest im nächsten Jahr.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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