Es mag ja sein, dass jemand zum Schiedsrichter wie zum Feldspieler taugt. Aber beides zugleich geht eben nicht. Im Fall des früheren französischen Finanz- und heutigen Arbeitsministers Eric Woerth heißt das: Er kann nicht oberster Steuereintreiber sein und zugleich als Freund der reichsten Frau und größten Steuerschuldnerin Frankreichs deren Vermögensverwalter mit Verdienstorden auszeichnen, dem Geehrten die eigene Gattin als Mitarbeiterin empfehlen. Das Dumme ist nur: Woerth hat eben dies getan. Und er gilt als Schwergewicht der Regierung.
Gewiss, es gibt nicht den geringsten Beweis dafür, dass Woerth der von der Gattin beratenen Milliardärin Liliane Bettencourt auch noch zur (inzwischen aktenkundigen) Steuerflucht in die Schweiz verholfen hat. Außer Frage steht aber, dass er private und öffentliche Belange vermengt hat. Und was alles noch schlimmer macht: Staatschef Nicolas Sarkozy hält an Woerth fest. Der Präsident will erst im Oktober reagieren. Eine Regierungsumbildung soll es dann geben. Die Quittung bekommt er schon jetzt. Laut Umfragen ist Sarkozy so unbeliebt wie nie zuvor.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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